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  • PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 67/17 | 22. November 2017

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    Wie geht es dem nordrhein-westfälischen Wald wirklich?

    NABU NRW kritisiert ´Waldzustandsberichte´ als unzureichend zur Beurteilung des Ökosystems Wald | Umweltministerin muss neues Waldgesetz für NRW zügig anpacken

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    Düsseldorf – „Der jährliche Waldzustandsbericht ist zu sehr ein reiner Schadensbericht und damit eher ein Forstbericht als ein Bericht zum wirklichen Zustand des Ökosystems Wald in Nordrhein-Westfalen“, kritisierte der NABU NRW die alljährlichen Waldzustandsberichte der Landesregierung anlässlich der heutigen Vorstellung der aktuellen Zahlen. Umweltministerin Schulze-Föcking forderte der NABU auf, den bisherigen ´Waldschadensbericht´ hin zu einem wirklichen Waldzustandsbericht weiter zu entwickeln und ein neues Waldgesetz für NRW zügig anzupacken.

     

    So vermisse der NABU über die Erhebung der Kronenzustände von Eiche, Buche, Fichte und Kiefern in den bisherigen Waldzustandsberichten hinaus beispielsweise die Erfassung weiterer für den Zustand des Waldökosystems aussagekräftiger Parameter wie den Altholz- und Totholzanteil im Wald. „Es dürfen viel zu wenige alte Bäume in den Wäldern stehen bleiben. Bereits im Alter von etwa 70 Jahren werden viele Bäume im Wirtschaftswald gefällt“, beklagte Heinz Kowalski, Sprecher des Landesfachausschusses Wald im NABU NRW die jetzige Situation.

     

    Für die Natur seien Bäume aber vor allem ab 130 Jahre und älter besonders wertvoll. So würden sich bei solch alten Laubbäumen Höhlen bilden, wie sie zum Beispiel der Waldkauz, der Vogel des Jahres 2017, benötigt. Viele Vogelarten, Käfer oder Pilze brauchen zudem so genanntes Totholz, also abgestorbene Bäume, von denen es in den meisten Wäldern ebenfalls viel zu wenig gebe.

     

    Der NABU fordere deshalb einen Anteil von mindestens 5 % unbewirtschafteter Wälder, damit sich die Artenvielfalt im Wald erhalten kann. Während der Staatswald seinen Anteil bereits erbracht habe, sei der Privatwald noch weit von diesem Ziel der bundeseinheitlichen Biodiversitätsstrategie entfernt. „Ein neues und modernisiertes Waldgesetz NRW könnte helfen, dieses Ziel zu erreichen und dazu beitragen, den Vertragsnaturschutz im Wald gemeinsam mit Waldeigentümern und -bewirtschaftern deutlich auszuweiten“, so Kowalski weiter.

     

    Kritisch sehe der NABU zudem die aktuelle Entwicklung hin zu Douglasien-Reinbeständen beispielsweise im Hochsauerland. Die Douglasie gilt als ´Klimabaum´ der Zukunft. Sie sei aber keine heimische Baumart und bereits jetzt massiv von Schädlingen befallen. Kowalski: „Douglasien sollten deshalb allenfalls als Mischbaum außerhalb von Schutzgebieten im Wald gepflanzt werden.“

     

    Auch vermisse der NABU NRW im Waldzustandsbericht eine Bewertung der so genannten Ökosystemdienstleistungen, also den Wert des Waldes, der sich als Beitrag zum Klimaschutz durch die CO2-Speicherung im Waldboden und im Holz, durch die Wasser- und Luftfilterung, durch Artenvielfalt und durch die Erholungsfunktion der Wälder ergibt.

     

    Für Rückfragen:

    Heinz Kowalski, Stellvertretender Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0160 88 563 96

     

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    Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

    Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

    Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


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