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  • Wie geht es dem nordrhein-westfälischen Wald wirklich?


  • NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 69/17 | 30. November 2017

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    Heimkehrer Wolf – wie bereiten wir uns besser vor?

    NABU diskutiert mit Vertretern aus Politik, Landwirtschaft, Jagd und Bevölkerung Chancen, Risiken und Lösungen für eine möglichst konfliktarme Rückkehr des heimischen Beutegreifers
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    Bitte beachten Sie die Sperrfrist: 30. November 2017, 19:30 Uhr

     

    Düsseldorf/Hattingen –  Der Wolf ist zurück in Deutschland. Damit einher kommen in der Bevölkerung, aber auch bei Weidetierhaltern Ängste auf: Wie gehen wir mit dem Heimkehrer Wolf um? Kann man noch unbeschwert in den Wald gehen? Welcher Mehraufwand entsteht für Weidetierhalter und wie können sie ihre Tiere effektiv schützen? Der NABU NRW nimmt die Ängste und Sorgen der Bevölkerung und der vom Wolf direkt betroffenen Interessengruppen ernst und hat deshalb für heute Vertreter aus Politik, Landwirtschaft und Jagd zur Podiumsdiskussion in die Stadtbibliothek nach Hattingen geladen. Dort wird derzeit die von der Stiftung Umwelt und Entwicklung geförderte Wanderausstellung zur Rückkehr des Wolfes nach NRW gezeigt.

     

    Kehrt der Wolf zurück wird unter anderem die extensive Weidetierhaltung als besonders naturverträgliche Form der Landnutzung vor Herausforderungen gestellt. Auch unabhängig von der Wolfsdebatte benötigen Weidetierhalter dringend zukunftsfähige Perspektiven. Eine zusätzliche Belastung, wie sie die Rückkehr des Wolfes darstellen kann, muss daher aufgefangen werden. Mit Blick auf die aktuelle nordrhein-westfälische Ausrichtung im Umgang mit dem Rückkehrer Wolf nehmen der Bundes- wie der Landesverband Berufsschäfer, der Schafzuchtverband NRW, der NABU NRW, das Landesumweltministerium und der Landesjagdverband Stellung zu potenziellen Konflikten mit dem Rückkehrer Wolf - aber viel wichtiger - den möglichen Lösungen dieser Konflikte.

     

    „Die Wölfe werden über das Monitoring des Landes eng beobachtet. Seit Rückkehr der Wölfe nach Deutschland hat es hier keinen einzigen Fall gegeben, in dem sich ein Wolf einem Menschen aggressiv genähert hat; es ist also weiter kein Problem Sontags im Wald spazieren zu gehen“, so Josef Tumbrinck Vorsitzender des NABU NRW. Dennoch gälte es, die allgemeinen Verhaltensregeln im Umgang mit Wildtieren einzuhalten und Wölfe beispielsweise nicht zu füttern.

     

    „Nicht nur der Wolf, sondern auch die Schäfer sind vom Aussterben bedroht. Die Rückkehr des Wolfes verschärft die Existenzkrise der ökologisch unverzichtbaren Weidetierhaltung. Beider Überleben hängt vom Willen der Gesellschaft ab, den Erhalt unserer Arten und Landschaften nicht nur zu fordern, sondern auch zu finanzieren“, erklärt Andreas Schenk vom Bundesverband Berufsschäfer.

     

    "Zurzeit gibt es keine sesshaften Wölfe oder Wolfrudel in NRW. Dennoch bereiten wir uns auf einen solchen Fall vor. Dabei wollen wir die Bewahrung der Weidewirtschaft mit all ihrer kulturhistorisch gewachsenen Artenvielfalt in den Vordergrund stellen. Deswegen stehen wir in einem engen Austausch mit den Bundesländern, in denen es bereits jetzt dauerhaft Wölfe gibt, wie z.B. Niedersachsen, Sachsen oder Brandenburg. NRW begrüßt daher die Beschlüsse der kürzlich in Potsdam stattgefundenen 89. Umweltministerkonferenz zum Thema Wolf, denn für den Umgang mit dem Wolf benötigen wir ein bundeseinheitlich abgestimmtes Vorgehen", sagt Peter Schütz vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

     

    „Die Ausbreitung des Wolfes nach Nordwesten wird über kurz oder lang auch eine Besiedlung in NRW einleiten. Damit der Wolf eine Chance in Nordrhein-Westfalen hat, muss seine Akzeptanz bei der Bevölkerung erreicht werden. Dies setzt Akzeptanz, Ehrlichkeit und Offenheit zwischen allen Beteiligten voraus. Die Argumente der ländlichen Bevölkerung müssen ernst genommen werden. Dies gilt auch für die berechtigten Anliegen der Jägerschaft natürliche Ressourcen nutzen zu wollen. Der Landesjagdverband will dazu seinen Beitrag leisten“, so Gregor Klar.

     

    Nordrhein-Westfalen gilt als Wolfserwartungsland. In diesem Jahr gelangen bisher sieben Nachweise von insgesamt bis zu drei wandernden Wölfen. Es handelt sich bislang immer um einzelne Tiere, die ein oder mehrfach nachgewiesen wurden, deren Spur sich dann aber verläuft. Territoriale Einzeltiere oder Rudel gibt es nicht. Gerade in den kommenden Wochen und Monaten bis in den Frühsommer 2018 rechnet der NABU mit weiteren Nachweisen durchziehender Wölfe in NRW.

     

    Mehr zu den aktuellen Infos rund um den Wolf in Nordrhein-Westfalen findet man hier: https://www.nrw-wolf.de/wolfserwartungsland-nrw/

    Weitere Infos zum NABU NRW-Bildungsprojekt Wolf unter: https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/wolfsprojekt/

     

     

    Für Rückfragen:

    Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0171 3867379

    Thomas Pusch, Sprecher LFA Wolf im NABU NRW, mobil: 0170 2158624

    Katharina Stenglein, Projektleiterin „Die Rückkehr des Wolfes nach NRW“ des NABU NRW, mobil: 0177 938 4936

    Andreas Schenk, Sprecher des Bundesverbands Berufsschäfer in NRW, mobil: 0152 345 627 09

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    Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf
    Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)
    Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail:
    B.Koenigs@NABU-NRW.de


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