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  • NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 71/17 | 12. Dezember 2017

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    Wo bleiben Schmetterlinge eigentlich im Winter?

    NABU NRW: In Wohnungen überwinternde Tagfalter in kühlere Räume umsetzen
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    Düsseldorf Die kalte und nahrungsarme Jahreszeit stellt an die hier überwinternden Tierarten hohe Anforderungen. Säuger wie Fledermäuse, Igel oder Haselmaus fallen in Winterschlaf, Eichhörnchen halten Winterruhe. Wechselwarme Lebewesen wie Amphibien, Reptilien und erwachsene Stadien zahlreicher Insekten, deren Körpertemperatur sich der jeweils herrschenden Außentemperatur anpasst, suchen zumeist frostgeschützte Schlupfwinkel auf und verbringen den Winter in der so genannten Winterstarre. „Zu dieser Gruppe gehören auch die Schmetterlinge“, sagt Karl-Heinz Jelinek, Sprecher des Landesfachausschusses Entomologie im NABU NRW.

     

    „Von insgesamt 129 in NRW lebenden Tagfaltern überwintern als ausgewachsener Schmetterling das Tagpfauenauge, der Kleine und der Große Fuchs sowie – seit einigen Jahrzehnten zunehmend – der Admiral, indem sie wettergeschützte Unterkünfte in Baumhöhlen oder Gebäuden aufsuchen. Der C-Falter sucht ebenfalls Baumhöhlen auf, wird aber auch im Freien angetroffen, während der Zitronenfalter gänzlich auf eine Behausung verzichtet, er überwintert im Freien“, so Jelinek weiter.

     

    Bei der Wahl der passenden Winterunterkunft kommt es dabei schon einmal zu Fehlgriffen. Der im Herbst noch geeignete Dachboden oder Kellerraum wird im Winter, wenn er beheizt wird, zur „Wärmefalle“. Denn wenn die Umgebungstemperatur zu weit ansteigt, werde es für einen überwinternden Tagfalter problematisch. „Dann stellt sich sein Körper auf Frühjahr um, er flattert umher, verbraucht Energie und damit seine Nährstoffreserven. Da er keine Nahrung finden kann, geht er in Kürze ein“, erklärt der NABU-Schmetterlingsexperte. Deshalb sollte die Umgebungstemperatur in geschlossenen Räumen dauerhaft möglichst unter 12° liegen.

     

    Finde man einen winterstarren Schmetterling zum Beispiel im Hausflur, auf dem Dachboden oder im Keller, so lässt man ihn dort am besten sitzen, sofern der Raum den Winter über kühl bleibe, rät Jelinek. Sollte er sich jedoch in einem ungeeigneten Raum aufhalten, so fängt man den Falter am besten ein und setzt ihn an einen kühlen und trockenen Ort wie eine Garage oder einen Schuppen. Wichtig sei zudem, den Schmetterlingen an den ersten warmen Spätwintertagen die Möglichkeit des Ausflugs aus ihren Winterquartieren zu ermöglichen.

     

    Warum nun kann der Zitronenfalter auf ein frostgeschütztes Winterquartier verzichten? Hat er einen ungestörten Platz gefunden, nimmt er seine Ruheposition ein, indem er die Flügel nach oben zusammenklappt. „Dann konzentriert der Zitronenfalter durch die Abgabe von Wasser seine im Körper befindliche Flüssigkeit und verringert somit den Gefrierpunkt. Zudem sinken durch die niedrige Körpertemperatur sämtliche Körperfunktionen auf ein für das Überleben notwendige Minimum. Der Energieverbrauch geht damit gegen Null“, so Jelinek. Derart völlig erstarrt könne man ihn dann auch mit viel Glück bei frostigen Temperaturen hinter Efeuhecken oder im Gras entdecken.

     

    Die meisten heimischen Schmetterlingsarten würden jedoch als Ei, Raupe oder Puppe überwintern. So gehöre beispielsweise der Nierenfleck zu den Tagfaltern, die schon im Sommer ihre Eier auf entsprechenden Futterpflanzen ablegen, wo sie auch überwintern. Einige Tagfalter, wie der Große Schillerfalter und die Bläulinge trotzten im Raupenstadium der kalten Jahreszeit. Der Schwalbenschwanz, viele Weißlinge und der Aurorafalter würden sich bereits vor dem Kälteeinbruch verpuppen.

     

     

    Für Rückfragen:

    Karl-Heinz Jelinek, Sprecher des Landesfachausschusses Entomologie im NABU NRW, mobil: 0151-152 11 483

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    Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf
    Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)
    Tel. 0211.15 92 51 – 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


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