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    An                                                                                  Düren, 28.09.2017

    Bezirksregierung Arnsberg

    Abteilung 6 Bergbau und Energie

    In NRW

    Seibertzstr. 1

    59821 Arnsberg

     

    Betr.: Antrag auf Planfeststellung gemäß § 68 WHG für die Beseitigung des
              Lucherberger Sees
              Ihr Zeichen:  61, i5-7-2016
    -2
              Landesbüro Zeichen: DN 19-08.16 WA

     

    Sehr geehrte Damen und Herren,  

    zu obiger Planung geben die Naturschutzverbände BUND und NABU folgende Stellungnahme ab.  

    Vorbemerkung  

    Planungszeiträume BUND und NABU sehen in der Auskohlung der Braunkohlevorräte im Rheinischen Revier einen erheblichen Eingriff in die Natur unter massiven Verlusten der natürlichen Landschaft und der natürlichen Kreisläufe. Nach dem Auslaufen der Braunkohleförderung durch die letzten drei Großtagebaue, spätestens um 2045, werden drei große Restlöcher verbleiben. Es wird prognostiziert, dass es mindestens 60 Jahre dauern wird, bis die verbliebenen Restlöcher erstmals mit Wasser gefüllt sind. Die aus dieser Planung als Tagebaufolgelandschaft entstehenden drei Rest Seen wären die drei größten Seen NRWs – größer als jedes andere Gewässer in unserem Land. Allein der Indesee soll die Größe des Tegernsees erreichen. Der stabile (sog. „stationäre“) Endzustand des Grundwassers außerhalb der Rest Seen wird sich erst deutlich nach dem Jahr 2100 einstellen. Damit erstrecken sich Großtagebaue über Planungszeiträume von weit mehr als 150 Jahren und werden für die derzeit entscheidende Generation zu einer Verantwortungsaufgabe für die Zukunft.   

    2. Beschreibung des Untersuchungsraums und der Methodik 

    Es handelt sich hier nicht nur um einen zurückgehenden Einfluss des Wasserstandes, sondern um eine vollständige Entleerung des Sees.    

    6.1.3 Sonstige Maßnahmen (Herstellung einer Flachwasserzone)     

    Hierbei dürfte es sich um die FWZ für den Indener See handeln.
    Die Herstellung einer Flachwasserzone mit Erstbefüllung durch Sümpfungswasser (ohne die natürlichen Oberflächengewässer typischen Eigenschaften und Temperaturen), wenn diese eine ökologische Maßnahme darstellen sollte, muss abgelehnt werden, weil es sich wegen der Befüllung nicht um eine Renaturierung handelt.
    Ob ein Sümpfungsgewässer naturtypische Aspekte im Laufe der Zeit in ausreichendem Maß entwickeln kann und wie dies erreicht wird, bliebe durch ein gezieltes Monitoring zu überprüfen.
    Dass man eine Flachwasserzone für die Wasservögel vorzeitig anlegen will, ist jedoch zu begrüßen, da dadurch Lebensraumverluste wie hier das Ablassen des Lucherberger Sees aufgefangen werden können. Besonders für Zug- und Wintergäste könnte so ein wichtiger Trittbrettstein geschaffen werden. Dazu müsste aber gewährleistet sein, dass der Wasserstand konstant ist, da sonst die Uferbereiche und Schlammflächen schnell eingrünen und z.B. für Limikolen nicht mehr geeignet sind.
         

    Der geplante Restsee ist aufgrund seiner enormen Tiefe vorrangig eine ökologische Wüste. 85 % der Gewässerfläche liegt über einem sehr tiefen Flächen (> 60 Meter Tiefe), die fast ohne ökologische Bedeutung sind. Es ist bekannt, dass wegen der schlechten Umschichtung in so tiefen Seen und dem bekannten Oxidationsproblem, ab einer Tiefe von ca. 60 m das Seewasser praktisch Sauerstofffrei ist. Hier können nur noch Bakterien leben.
    Nur der 15 % der Seefläche sind ufernahe und in Teilbereichen Flachwasserbereiche mit ökologischen Entwicklungsmöglichkeiten, die sich die Natur absehbar mit anderen Nutzungen und Nutzern teilen muss, wie z.B. Anglern, Fischereibetriebe, Wassersportlern, Seglern, Surfern und anderen Freizeiteinrichtungen
    Wir halten es daher für erforderlich hier andere Maßnahmen vorzustellen.
      

    Biber
    Der Biber kommt im Wasserrückhaltebecken der Waagmühle vor, das durch den See gespeist wird. Durch die Beseitigung des Sees kommt es hier zum Verlust des Habitats.
      

    Haselmaus
    In der Kartierung wurden an allen drei Probleflächen Haselmäuse festgestellt. Wir fragen uns, was mit den Haselmäusen passieren soll? Eine weitere Umsiedlung an die Neue Inde halten wir für nicht zweckmäßig, da dort schon eine große Anzahl von Tieren aus anderen Abgrabungsflächen ausgesetzt wurden. Ziel sollte es sein, geeignete Lebensräume in Umfeld zu schaffen, um die regionale Population dort zu erhalten.
      

    Eisvogel
    In der Untersuchung wurde der Eisvogel nicht gesichtet. Wir haben gesicherte Quellen, dass der Eisvogel noch vor wenigen Jahren am Lucherberger See gebrütet hat. Seine Brutwand befand sich am großen östlichen Steilufer. Es wäre daher zu empfehlen, dort im nächsten Jahr noch einmal zu kartieren. Sollte sich das Vorkommen bestätigen, wären Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen von künstlichen Nisthilfen an geeigneten Gewässern in der Nähe durchzuführen.
      

    Mit freundlichen Grüßen   

    BUND Kreisgruppe Düren                                         NABU Kreisverband Düren  


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