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  • Naturschutz aktuell NABU-Pressedienst NRW
    06.10.2018

    NABU lud zum ersten NRW-Naturschutztag nach Münster

    Zielgerichtete Fördermittel, besserer Schutz für Naturschutzgebiete und angemessene Preise für landwirtschaftliche Produkte notwendig, um Artensterben in der Kulturlandschaft zu stoppen

    Unter dem Motto ´Blühende Land(wirt)schaft - Ist das Natur oder kann das weg?´ lud der NABU NRW am 6. Oktober zum 1. NRW-Naturschutztag in das Institut für Landschaftsökologie nach Münster. Über 100 Teilnehmer diskutierten mit Vertreterinnen und Vertretern des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes sowie der Landwirtschaft in NRW über zukunftsfähige Strategien zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt insbesondere in der Agrarlandschaft.

    Denn fast 50% der NRW-Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Die Tendenz ist zwar bedingt durch den Flächenverbrauch sinkend, dennoch findet sich hier ein Großteil unserer biologischen Vielfalt. Und anders als in den Wäldern sind die Arten der landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft durch die Bank bedroht. „Nur wenn es gelingt zielgerichtete Fördermittel, einen besonderen Fokus auf Schutzgebiete und deren Pufferzonen sowie angemessene Preise für landwirtschaftliche Produkte in Einklang zu bringen, kann der Negativtrend gestoppt werden“, erklärte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Dafür sei es aber noch nicht zu spät.

    Viele Ehrenamtliche im NABU engagierten sich bereits landesweit zu diesem und vielen anderen Naturschutzthemen in Fachgruppen, Kooperationen und bei praktischen Naturschutzmaßnahmen und helfen so die biologische Vielfalt in Nordrhein-Westfalen und damit unsere Lebensgrundlage zu erhalten oder wiederherzustellen. Wenn es um ´Blühende Land(wirt)schaft´ geht, ist neben den Kooperationen und praktischen Naturschutzmaßnahmen auf lokaler und regionaler Ebene natürlich auch die EU gefordert. Tumbrinck: “Über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) werden europaweit jährlich etwa 58 Mrd. EUR ausgegeben, um die Landwirtinnen und Landwirte zu unterstützen - das sind 114 EUR von jedem EU-Bürger. Leider fließt nur wenig davon in naturverträgliche Landwirtschaft und den Naturschutz.“ Dies müsse sich nun ändern.

    Derzeit fehlen für den Naturschutz in Deutschland nach Angaben der Bundesregierung knapp eine Milliarde Euro jährlich alleine für die Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinien. „Ohne eine signifikante Aufstockung der Naturschutzförderung aus der GAP wird Deutschland zunehmend Vertragsverletzungsverfahren riskieren“, so der NABU-Landeschef weiter. Außerdem werde die Chance verpasst, Landwirtinnen und Landwirten einkommenswirksame und verlässliche Verdienstmöglichkeiten zu schaffen, während die Akzeptanz für pauschale Direktzahlungen schwindet.

    Bei der anstehenden GAP-Reform - der aktuelle Förderzeitraum endet 2020 - biete sich vermutlich die letzte Chance der Politik, mit einem ausreichend großen Budget sowie genügend Zeit für den Übergang den notwendigen und von der Bevölkerung gewünschten Wandel in der Landwirtschaft zu steuern und damit auch das Artensterben in der Agrarlandschaft aufzuhalten.

    Der NABU fordert die Politik daher dazu auf, sich für folgende Punkte bei den anstehenden Verhandlung um die GAP stark zu machen: Ein auf EU-Ebene rechtsverbindlich festgeschriebenes Mindestbudget von 15 Milliarden Euro jährlich für Biodiversitätsleistungen aus der gesamten GAP vorzusehen. Klare und ambitionierte Grundanforderungen für den Erhalt von Subventionszahlungen zu formulieren. Und mindestens 10% an Ökologischen Vorrangflächen auszuweisen. Dies sind vorrangig ein- und mehrjährige Brachen sowie Feldraine, Blüh- und Pufferstreifen, die einen hohen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität beitragen.

    Der NABU Nordrhein-Westfalen startet mit dem diesjährigen NRW-Naturschutztag seine neue jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe zu wechselnden Schwerpunktthemen und in wechselnden Regionen Nordrhein-Westfalens. Das ausführliche Programm der diesjährigen Tagung ist unter NABU-NRW.de/NRW-Naturschutztag nachzulesen.


    Für Rückfragen:
    Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0171 3867379



    Herausgeber: NABU NRW (Naturschutzbund Deutschland e.V.) 40225 Düsseldorf
    Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)
    Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


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